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DAS DEUTSCHE LAUREL & HARDY FORUM

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 Filme ab 1941
Oliver Hardy Offline




Beiträge: 916

03.06.2018 13:25
Wissenswertes zu den Spielfilmen 1941-51 antworten

Wissenswertes zu den Spielfilmen 1941-51

Der letzte Film bei Roach Saps at Sea bedeutete zwar das Ende der Ära wirklich guter Laurel & Hardy-Filme, aber noch nicht das Ende der Filmkarriere von Stan und Olli. Vor allem Stan erhoffte sich nach dem Weggang von Roach mehr künstlerische Freiheit und mehr Geld. Aber das Gegenteil sollte der Fall sein, denn neue Filmangebote blieben aus. Trotz ihrer Popularität rissen sich andere Filmstudios nicht gerade um das Duo.

Deshalb versuchten sie im Winter 1940/41 ihr Glück auf Theaterbühnen: 12 Wochen lang tourten sie mit einer Revueshow durch die Großstädte der USA. Stan und Olli waren mit ihren Sketchen die Attraktion der Show. Hier zwei der wenigen Farbaufnahmen auf einer Bühne:


1941 gingen Laurel & Hardy mit anderen Künstlern auf eine weitere Tournee - und zwar in die Karibik - zur Unterhaltung amerikanischer und britischer Truppen, die dort stationiert waren. Auf neue Filmangebote mussten Stan und Olli noch etwas warten. Doch dann meldete sich im Frühjahr 1941 eines der größten Hollywood-Studios: 20th Century Fox unter Darryl Zanuck. Hier unterschrieben sie einen 4-Jahres-Vertrag bis 1945, und arbeiteten dabei auch bei 2 Filmen als Leihschauspieler für Metro-Goldwyn-Meyer (MGM).

Aber in vielerlei Hinsicht hätten sie vielleicht besser aufhören sollen. Stan hatte bei „Fox“ keinerlei Mitspracherecht mehr, und ihre Filme sollten in den Kinos als „Vorfilm“ angekündigt werden. So entstanden bei „Fox“ und „MGM“ zwischen 1941 und 1945 noch acht völlig unbedeutende Filmchen. Vom Aufbau her könnte man sie als Krimikomödien bezeichnen, die aber größtenteils in der Versenkung verschwanden. Den Dick und Doof-Mythos konnten die beiden ohnehin nicht mehr aufrechterhalten, da auch das vorgerückte Alter der beiden Akteure nun nicht mehr zu verbergen war.

Fox behandelte sie wie zweitklassige Akkordschauspieler und verweigerte Stan jegliches künstlerische Mitspracherecht. Sie mussten sich strikt ans Drehbuch halten. Improvisationen, wie sie bei Roach gang und gäbe waren, gab es nicht mehr. Stan und Olli drehten die Filme bei Fox in den Jahren 1941 bis 1945 weil sie Geld brauchten, und hassten diese Arbeit so sehr, dass sie sogar das Angebot über einen neuen 5-Jahresvertrag bei Fox im Sommer 1945 ablehnten. Stan, der sich später eines gesicherten, wenn auch nicht unbedingt sehr wohlhabenden Ruhestandes erfreute, verzieh den Verantwortlichen bei Fox niemals deren unsensible Behandlung.

Nach dem offiziellen Kriegseintritt Amerikas im Dezember 1941 wurden Stan und Olli Anfang 1942 zu einer Spendentournee verpflichtet. Dadurch spielten sie zusammen mit 22 anderen Künstlern Geld für Panzer und andere Kriegsausrüstungen ein. Dass ihr erster Film bei Fox ausgerechnet eine Militärklamotte wurde, hängt wohl auch mit den damaligen Kriegsereignissen zusammen.


Die Zeit nach Auslaufen des Vertrages bei Fox

Wie sich bei öffentlichen Auftritten herausstellte, waren Stan und Olli noch immer sehr populär, und das aufkommende Fernsehen bescherte ihnen eine neue Generation von Fans.

1947 nahm sie der britische Impressario Bernard Delfont für das Londoner Palladium-Theater unter Vertrag. Am Londoner Bahnhof wurden sie von einer riesigen Menschenmenge in Empfang genommen, und wie Staatsgäste behandelt. Für sie waren Stan und Olli immer noch absolute Superstars, denn in Europa hatte noch niemand etwas von ihrem "Karriereknick" mitbekommen. Nach Abschluss des Vertrages in London ging es weiter nach Paris, in die Niederlande und nach Schweden, bevor sie dann in Los Angeles in den Vorruhestand traten.


Ende 1949 erhielten Stan und Olli ein Angebot zu Dreharbeiten in Frankreich. Weil sie Geld brauchten, reisten sie nach Paris, wo sie ein ungeschriebenes Drehbuch, eine hoffnungslos uneffiziente Produktions-Firma, und ein total überforderter Regisseur erwarteten. Trotzdem begannen im August 1950, im Hafen von Marseille, die Dreharbeiten zu Atoll K, dem letzten Film mit Stan Laurel und Oliver Hardy.


Die Zeit nach ihrem letzten Film

Nach Abschluss der Dreharbeiten zu Atoll K erholten sich Stan und Olli wieder hinreichend, um 1952 erneut in England auf Tournee zu gehen. Stan hatte einige neue Bühnensketche geschrieben, die mit großem Erfolg aufgeführt wurden. Der Impressario Bernard Delfont lud sie für das Jahr 1953 wieder ein, aber es sollte für beide der letzte öffentliche Auftritt gewesen sein.


Nach ihrer Rückkehr in die USA planten sie eine Reihe von Kinderfilmen: The Fables of Laurel & Hardy bei Roach jr., für die Stan die Gesamtleitung übernehmen sollte. Diese Pläne zerschlugen sich, als Babe 1954 einen schweren Herzinfarkt erlitt. Es war sein zweiter, und die Ärzte bestanden auf einer Gewichtsreduzierung. Babe nahm innerhalb weniger Monate 68 Kilo ab und verwandelte sich in ein bloßes Handtuch. Kurz darauf wurde Stan von einem Schlaganfall ereilt, der sowohl sein Gehirn, als auch seinen Bewegungsapparat schädigte.


Stan kam wieder einigermaßen auf die Beine und hoffte, dass auch Babe wieder der alte Olli würde, aber das Ende von Laurel & Hardy war eingeläutet. Weihnachten 1955 hatte Babe seinen dritten Herzinfarkt, wenig später einen Schlaganfall, und war danach ein hilfloser Invalide, wurde aber zuhause von seiner Frau Lucille Jones, die er 1940 heiratete, liebevoll versorgt. Stan besuchte seinen kranken Freund so oft er konnte, obwohl Olli ihn oft gar nicht mehr erkannte. Als Babe am 7. August 1957 im Krankenhaus starb, zählte er sein 64. Lebensjahr. Als Stan von Oliver Hardys Tod erfuhr, konnte er tagelang nicht mehr sprechen, und seine Ärzte rieten ihm, an der Beerdigung nicht teilzunehmen.

Im hohen Alter schien sich Stans Gesundheitszustand wieder zu stabilisieren. Er genoss einen ruhigen Lebensabend in Santa Monica, den seine fünfte Ehefrau Ida Kitaewa Raphael, die er 1946 geheiratet hatte, gegen unerwünschte Eindringlinge abschirmte. Trotzdem wurde Stan von Fanpost überschwemmt. Den größten Spaß bereiteten ihm die Erinnerungen an die „gute alte Zeit bei Roach“. Stan schrieb noch jahrelang Laurel & Hardy-Sketche, aber er ist nie wieder auf der Leinwand oder auf der Bühne erschienen. Natürlich wusste er, dass er ohne Oliver Hardy nur noch einen kleinen Teil des größten Komikerpaares der Welt repräsentieren kann.


Im Februar 1965 erlitt Stan mit 74 Jahren einen Herzinfarkt, und es wurde schnell klar, dass er sich davon nicht mehr erholen würde. Noch im Bett liegend scherzte er am 23. Februar 1965 mit einer Krankenschwester: „Ich sollte wohl eher Ski laufen, als das hier machen“. – „Können Sie denn Ski laufen, Herr Laurel?“ frage die Krankenschwester zurück. „Nein“, antwortete Laurel, „aber es wäre besser, als hier zu sterben. Und sollte jemand auf meiner Beerdigung ein trauriges Gesicht ziehen, rede ich nie wieder mit ihm.“ Sein Sinn für Humor blieb wach bis zum Schluss. Wenige Minuten später war er tot.

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