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DAS DEUTSCHE LAUREL & HARDY FORUM

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 Laurel & Hardy allgemein
Oliver Hardy Offline




Beiträge: 929

07.06.2018 11:08
Kleine Biographie über Oliver Hardy antworten

Oliver Hardy







Oliver Norvell Hardy wurde am 18. Januar 1892 in Harlem im US-Bundesstaat Georgia als Sohn eines Rechtsanwalts und einer Hotelbesitzerin geboren. Nachdem Ollis Vater noch im selben Jahr verstarb, übernahm Ollis Mutter die Führung eines der besten Hotels in Milledgeville, Georgia. Hier bekam Olli ersten Kontakt mit der Show- und Theaterwelt, da viele dieser Leute in dem Hotel verkehrten. Er begann, die Gäste zu imitieren, und hatte die ersten Bewunderer auf seiner Seite. Da er die Musik liebte und eine gute Singstimme hatte, trat er bereits als Kind in einer Minstrel-Show auf. In der Schule glänzte Oliver nicht gerade, was seine Mutter dazu veranlasste, ihn auf die Musikschule nach Atlanta zu schicken. Statt den Musikunterricht zu besuchen, verdiente er sich mit seiner wirklich schönen Tenorstimme lieber Geld als Sänger am Theater.



Mit 18 Jahren jobbte Oliver Hardy in einem Lichtspielhaus, wo er „Mädchen für alles“ war. Enttäuscht von den schauspielerischen Leistungen der Darsteller, kam er 1913 zu dem Entschluss, dass er selbst mindestens ein ebenso guter Schauspieler ist, und zog deshalb in die damals florierende Filmstadt Jacksonville, Florida. Hier lernte Olli die Pianistin Madelyn Saloshin kennen, die er 21jährig am 17.11.1913 heiratete.



Er arbeitete in dieser Zeit bei einer Filmgesellschaft als Aushilfe und bekam dort bald eine Chance, sein Können unter Beweis zu stellen. Es wurde ein dicker junger Mann gesucht und so hatte Olli seinen ersten Auftritt vor der Kamera in dem Liebesfilm Outwitting Dad, als raubeiniger und schnauzbärtiger Flegel mit einem riesigen Sombrero. Bei der Produktionsfirma „Lubin“ drehte er an die 50 Kurzfilme, bis diese von der „Vim-Comedy-Company“ übernommen wurde. Hardy wurde erneut engagiert und bildete mit dem Schauspieler Billy Ruge 1916 ein Team, welches eine Art Vorstufe der späteren Laurel & Hardy-Filme angesehen werden könnte.



Nach Auflösung dieser Filmfirma wurde Hardy von der „King-Bee-Film-Corporation“ übernommen. Hier agierte Billy West, welcher eine identische Kopie von Charlie Chaplin war. Mit diesem stand Olli dann zusammen vor der Kamera. Nach der Übersiedlung der Filmgesellschaft nach Kalifornien, wohin auch Olli und Madelyn umzogen, gab die Firma den Betrieb auf. Hardy wurde anschließend bei dem Produzenten Gilbert Anderson unter Vertrag genommen. Danach kam er bei der Filmfirma „Vitagraph“ unter. 1919 trennten sich Madelyn und Olli infolge von diversen Meinungsverschiedenheiten.



Nach der Festeinstellung bei „Vitagraph“ lernte Olli Ende 1919 Myrtle Lee Reeves kennen, die er dann auch drei Jahre später, 1921, heiratete. Neben dem Star der Produktionsfirma, Larry Semon, glänzte Hardy als talentierter Schauspieler und er erlernte hier auch das Golfen. Das beherrschte er bald so gut, dass er als einer der besten Golfspieler der Filmgeschichte bekannt wurde. Larry Semon verließ schließlich das Filmteam infolge hoher Gagenforderungen und so wurde auch Olli kurzzeitig arbeitslos, da beide Schauspieler stets zusammen arbeiteten.



Anfang 1924 bekam er eine weitere Filmrolle bei dem Produzenten Hal Roach. Daneben drehte er auch für andere Firmen. 1925 entstand bei der Filmgesellschaft „Chadwick Pictures“ unter der Führung von Larry Semon der Film The Wizard of OZ, in dem Olli eine Nebenrolle besetzte.



Während es für Olli beruflich bergauf zu gehen schien, verfiel seine Frau Myrtle hingegen zunehmend dem Alkohol und musste mehrere Male in ein Sanatorium. Um seinen familiären Problemen zu entrinnen, suchte Hardy häufig die Pferderennbahn auf und verspielte so fast sein ganzes Vermögen, das recht beträchtlich war, da er aus einer wohlhabenden Familie stammte. Anfang 1926 nahm ihn Hal Roach fest unter Vertrag und so hatte er die Chance, wieder auf die Beine zu kommen. Hier bei Roach begegnete er erneut Stan Laurel, den er ja bereits 1920 bei den Dreharbeiten zu A Lucky Dog kennen gelernt hatte.



Oliver Hardy war immer eine stattliche Erscheinung mit seinen – in den 1940er Jahren bis zu 127 Kilo und einer Größe von 188 cm. Seine Körperfülle ließ sich nicht bestreiten und wurde durch seine Esslust genährt, aber er war keineswegs schwammig. Abgesehen von seinem Doppelkinn war er straff gebaut, und auf dem Höhepunkt seiner Karriere zwar kräftig, aber nicht wirklich dick. Er war ein begeisterter Sportler, spielte in seiner Jugendzeit Football und entwickelte sich später zu einem leidenschaftlichen Golfspieler. In seinen Filmen überrascht er immer wieder durch außerordentliche Beweglichkeit und Leichtfüßigkeit. Er war außerdem ein ausgezeichneter Tänzer.



Oliver Hardy wurde von allen seinen Freunden nur „Babe“ genannt, und das kam so: Als er in Florida für das Filmstudio Lubin arbeitete, wurden die Schauspieler der Truppe von einem italienischen Friseur frisiert und rasiert. Der Friseur hatte einen starken ausländischen Akzent, und er stand auf Männer. Olli schien ihm besonders gut zu gefallen, denn nach jeder Rasur puderte er sein Gesicht, tätschelte ihm die Wangen und sagte: „Lovely Baby, lovely Baby“. Die Studiobande zog Olli ständig damit auf, und nach einer Weile nannten ihn alle „Baby“, was schließlich zu der Abkürzung „Babe“ führte.



In den frühen Solo-Filmen wurde „Babe Hardy“ in der Regel als Schwergewicht eingesetzt, d.h. meist als Schurke. Obwohl man ihn bis 1926 nicht unbedingt als erfolgreichen Schauspieler bezeichnen kann, war er ein viel beschäftigter Mann, und spielte in vielen Filmen meist kleinere Nebenrollen. Oft muss man in den frühen Filmen höllisch aufpassen, damit man ihn überhaupt erkennt.


Bis 1926 dürfte Babe bei fast allen Filmstudios der USA schon unter Vertrag gewesen sein, aber sein wahres Talent wurde erst von Produzent Hal Roach und Regisseur Leo McCarey erkannt, die ihn mit Stan Laurel zusammenbrachten. In schneller Folge entstanden ab Ende 1926 mehrere Kurzfilme, in denen die beiden zwar noch verschiedene Rollen spielten, die allerdings beim Publikum sehr gut ankamen. So entschied man sich, aus den beiden ein Comedy-Duo zu formen.



Babe war schon immer ein sehr guter und sicherer Schauspieler. Außerhalb der Leinwand war Hardy dagegen eher ein sehr seriöser und ernsthafter Mensch. Er betrachtete sich selbst mehr als Schauspieler, und weniger als Komiker, obgleich er in den Laurel & Hardy-Filmen ganz einfach nur zum Schießen war. Sein Part war stets die dominierende Erscheinung – ja man kann wirklich sagen, dass er Stan in vielen Fällen die Show stahl. Stan mag der Kreativere der beiden gewesen sein, der Mann mit den Ideen, der sich die Gags ausdachte – aber Olli war die „größere“ Figur in jeder Hinsicht! Er war nicht nur als Schauspieler ein riesiges Kaliber, sondern auch außerordentlich anmutig, und mit seinen gezierten, feierlichen Gesten immer der Blickfang des Publikums.

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